Die Flaeche Hongkongs betraegt knapp 1.100 qkm. Davon sind
über 70% unbebaut und 40% sind Naturschutzgebiete. Kowloon
und hier vor allen Dingen Mongkok ist am dichtesten besiedelt
(wer also von sich behauptet sich gerne in Mong Kok aufzuhalten
und dann noch in Tsuen Wan wohnt und einen auf arbeitslos
macht, sollte sich dringend in Therapie begeben, hehe)- Hong
Kong Island ist ebenfalls sehr dicht bewohnt, aber vom Niveau
her besser als Kowloon. Natürlich finden sich überall
noch kleinere und größere Siedlungen, aber der
größte Teil der New Territories und der vorgelagerten
Inseln ist weitgehend unbewohnt. Es gibt also eine Menge Möglichkeiten
am Wochenende der Enge zu entgehen und die Natur zu genießen.
Ein paar der Touren, die ich gemacht habe, stelle ich im Folgenden
vor:
In Hong Kong ist Wandern eine beliebte Freizeitbeschaeftigung,
allerdings kann es in den Sommermonaten eine heisse Sache
werden und ist eigentlich nur zwischen November und April
empfehlenswert. Man ist selten alleine unterwegs. Grillen
ist Volkssport in Hongkong und deshalb sind die zahlreichen
Grillplätze und die Wege dorthin am Wochenende gnadenlos
überfüllt. Wer also lieber unter sich ist, sollte
die Grillplätze links liegen lassen. Weiterhin gibt es
immer wieder Volkswanderungen, bei denen ein paar Tausend
Teilnehmer mitwandern. Dies sollte man so weit es geht vermeiden.
Wenn man abends unterwegs ist, sollte man immer daran denken,
dass es sehr schnell dunkel wird. Eine Dämmerung wie
bei uns gibt es eigentlich nicht.
Hong Kong Island
Die Insel ist rundherum an der Küste weitgehend bebaut.
In der Mitte finden sich jedoch schöne Wanderwege. Der
markierte 50 km lange Hong Kong Trail verläuft vom Victoria
Peak im Westen nach Shek O auf der D'Aguilar Peninsula im
Südosten. Der Gipfel des Victoria Peak ist eher unspektakulär.
Ganz hinauf kommmt man sowieso nicht, da dort oben zahlreiche
Sendeanlagen installiert sind. Interessanter ist da schon
der High West (493 m), auf den von Osten her ein Weg hinaufführt.
Der erste Teil des Hong Kong Trails führt zumeist am
Hang entlang durch den Wald. Über Pok Fu Lam hat man
eine bizarre Aussicht auf die oberen Etagen der Hochhäuser.
Die Hälfte des Trails geht meist am Hong Kong Park View
(erreichbar mit dem über den Berg fahrenden Bus von Central
nach Aberdeen) entlang. Von dort führt der Weg zunächst
über den Kamm mit schöner Aussicht nach Norden auf
die Kowloon Seite (Kowloon Bay) und im Süden auf Lamma
Island- danach fuehrt der Weg durch den Wald. Von Shek O gelangt
man mit dem Bus nach Shau Kei Wan zur MTR Station. Der zweite
Teil ist meiner Meinung nach der schönere und auch der
weniger frequentierte.
Die New Territories
Die New Territories bieten wohl die vielfältigsten Möglichkeiten
zum Wandern in Hongkong. Dort findet sich auch ein weiterer
großer Wanderweg: der 100 km lange MacLehose Trail.
Er ist in mehrere Abschnitte unterteilt und sehr gut beschildert.
Es gibt auch einige ausgewiesene Zeltplätze entlang des
Weges. Sehr schön zum Wandern ist auch die Halbinsel
Sai Kung oder Sai Kau Chau, von wo man mit einer kleinen Faehre
von Sai Kung gelangt. In vielen Gebieten der New Territories
muß man mit wilden Affen rechnen. So niedlich und aufregend
sie auch für den Touristen auch sein moegen,man sollte
sich trotzdem einen guten Respekt vor ihnen wahren. So wild
sind sie nämlich nicht mehr. Sie haben sich an die vielen
Menschen angepasst und lassen sich gerne von ihnen füttern.
Auf Neckereien, wie das Wiederzurückziehen von angebotenem
Futter, reagieren sie aber leicht aggressiv.
Mit 957 m ist der Tai Mo Shan höchster Berg in Hongkong.
Man gelangt mit einem Bus von Tsuen Wan aus dorthin. Der Bus
fährt nicht vom Busbahnhof ab, sondern von der Hochstraße,
die über die MTR-Station hinwegführt. Man steigt
auf der Route Twisk am Schild Tai Mo Shan Countrypark aus
und befindet sich schon auf gut 500 m Hoehe. Der Berg an sich
ist ueberhaupt nicht spektakulaer. Genau wie auf dem Victoria
Peak befindet sich dort oben eine Sendeanlage, so dass eine
Straße bis auf den Gipfel führt. Teilweise gibt
es aber Pfade etwas abseits der Straße, die den Aufstieg
angenehmer werden lassen. Auf halbem Weg gibt es ein recht
interessantes Besuchszentrum, welches Auskunft über den
Nationalpark gibt. Vom Gipfel aus geht es zunächst nordöstlich
Richtung Grassy Hill. Man stößt dann auf den Mac
Le hose Trail, dem man weiter folgen kann. Von Sha Tin kann
man mit der KCR wieder nach Hause oder in die Stadt fahren.
Die Inseln
Zu Hong Kong gehören ca. 260 kleinere und größere
Inseln. Zu einigen bestehen feste Fährverbindungen- andere
lassen sich nur mit Taxibooten erreichen. Zu den populärsten
gehören Lantau, Cheng Chau, Peng chau und Lamma.
Lantau Island
Auf Lantau locken schöne Küsten und Strände
zum Wandern und natürlich der 934 m hohe Lantau Peak.
Als Startpunkt eignet sich die Silver Mine Bay. Hier legt
die Fähre von Central an. Der Weg fuehrt zunächst
ein Stück des Lantau Trails (der dritte große Wanderweg,
70 km) Richtung Chi Ma Wan Peninsula an der Kueste entlang.
Oft ist der Trail nur ein Trampelpfad. Dabei geht es sowohl
durch Wiesen, Buschwerk und kleine Waldstücke. Von hier,
praktisch auf Meereshöhe geht es dann die Tung Chung
Road bis auf den Kamm zwischen Sunset Peak und Lantau Peak
hinauf (etwa 500 m ü NN). Der Aufstieg über die
Straße ist allerdings alles andere als lustig. Weiter
westlich gibt es wohl noch einen Fußweg, der wahrscheinlich
schöner zu gehen ist. Von dort oben führt der Weg
dann über den Kamm bis auf den Gipfel hoch. Nach einer
kurzen Rast und dem obligatorischen Photo am nicht vorhanden
Gipfelkreuz steigt man ueber den Nordwesthang wieder ab. Nach
etwa einer dreiviertel Stunde kommt man am Po Lin Monastary
mit seinem großen bronzenen sitzenden Buddha an. Von
hier kann man entweder den Bus nach Tung Chung nehmen oder
seit 2006 auch die Seilbahn, welches ein groesseres Vergnuegen
ist.
Lamma Island
Lamma ist bekannt für seine Fischrestaurants, tolle Strände
und alternatives Wohnen. Man erreicht die Insel mit der Fähre
ab Central oder Aberdeen. Der größte Ort auf Lamma
ist Yung Shue Wan im Norden. Die Häuser haben meistens
nur 2 oder 3 Stockwerke. Im Vergleich zu Hong Kong Island
oder Kowloon kann man hier zu Spottpreisen in ruhiger Lage
wohnen, allerdings ist man auf die Faehre angewiesen. Deshalb
wohnen hier viele, die der Enge der Großstadt entfliehen
wollen. Der große Nachteil ist allerdings die Fährverbindung.
Das letzte Boot von Central nach Lamma fährt um 23:30.
Von Yung Shue Wan aus gibt es einen Weg nach Süden. Er
führt teilweise auf dem Kamm entlang, teilweise auch
am Strand. Man läuft sowohl durch Buschland als auch
durch Wald. Der große Schandfleck Lammas bleibt einem
dabei auch nicht verborgen. Auf einer Landaufschüttung
im Nordwesten der Insel streckt ein Kraftwerk seine drei Schlote
in den Himmel. Da man in Hongkong aber nicht zimperlich ist,
findet sich direkt daneben auch ein Badestrand. Der Weg führt
weiter zur Picnic Bay an einem großen Steinbruch vorbei
nach Sok Kwu Wan. Hier reihen sich an der Uferpromenade Fischrestaurant
an Fischrestaurant und das Essen ist dort ausgezeichnet-man
kann dort einfach die Seele baumeln lassen. Es gibt alles,
was das Herz begehrt- Fische, Krabben, Muscheln und so weiter,
welche man aus den Aquarien auswaaehlen kann und Minuten spaeter
frisch auf dem Teller serviert bekommt. Von hier aus kann
man dann wieder eine Fähre zurück nach Central nehmen.